E-Auto, Reichweite & Kosten

Die Reichweite von E-Autos hängt in erster Linie von der Größe der Batterie ab, ebenfalls relevant sind natürlich das Gewicht des Fahrzeuges, dessen Aerodynamik und ein effizientes Steuersystem. Im Jahr 2020 lag die durchschnittliche Reichweite bei ca. 350 km, teurere Modelle mit größeren Batterien schafften an die 600 km mit einer Aufladung. Dieselfahrzeuge schaffen mit einer Tankladung und effizienter Fahrweise auch 1000 km oder mehr. Ein nicht zu vernachlässigendes Kriterium ist die Dauer des Ladens oder Auftanken. Sprit zu zapfen ist in einigen Minuten erledigt, die Batterie voll zu bekommen dauert schon mal um ein Vielfaches länger. Auch fehlt es noch an flächendeckender Ladeinfrastruktur für E-Autos, somit sollte man bei einer längeren Fahrt, die Route nach vorhandenen Ladestellen wählen. Die häufigste Aufladung erfolg, vermutlich genau aus diesen Gründen, zu Hause und am Arbeitsplatz.


Aufladen


Für das Aufladen im Eigenheim wäre eine, vom Fachmann installierte Wallbox anzuraten. Über eine übliche Steckdose kann man zwar auch das E-Auto laden, würde allerdings bei einer mittelgroßen, ca. 40-kWh Batterie, 15 – 20 Stunden benötigen. Ob das heimische Leitungssystem dafür ausgelegt ist, sollte daher unbedingt im Vorfeld abgeklärt werden. Eine solche Strommenge über soviele Stunden kann die Hausleitung schon ziemlich erwärmen, im schlimmsten Fall, könnte man damit sogar einen Brand riskieren. Das Laden über eine Wallbox beschleunigt nicht nur das Aufladen erheblich, die Box verfügt auch über eingebaute Schutzeinrichtungen. Es gibt vereinzelt aber doch, spezielle Schnellladesäulen, dort könnte man für 100 km Reichweite, in unter 5 Minuten sein E-Auto laden. Diese Ladestellen findet man häufig in urbanen Bereichen, auf dem Land werden diese noch überschaubar angeboten. Dieses Problem sollte schleunigst angegangen werden, steht und fällt doch die Akzeptanz der E-Autos mit der Fülle an Lademöglichkeiten.


Haltbarkeit


Eine immer wieder gestellte Frage lautet dahingehend, wie lange hält mein E-Auto oder die darin verbaute Batterie. Ein Verbrennungsmotor gilt ab 200.000 km als alt, bei guter Pflege sind auch das doppelte möglich. Bei einem E-Auto liegt unsere Aufmerksamkeit auf 2 Dingen, die Langlebigkeit von E-Motor und Batterie. Nun, E-Motoren sind ja in der Industrie ein alter Hut, verrichten sie doch in unterschiedlichsten Größen wertvolle und langlebige Dienste. Aus diesen Erfahrungswerten kann man ableiten, dass E-Motoren auf eine wesentlich höhere Betriebsdauer kommen als Verbrennungsmotoren. Ob man daraus die Langlebigkeit von E-Motoren in Autos ableiten kann, wird wohl die Zukunft weisen. Bislang gibt es darüber noch keine Erfahrungswerte, eben nur über jene E-Motoren, welche anderwertig eingesetzt werden. Anmerken möchte ich noch, dass Autohersteller vermutlich aus Kostengründen, nicht die hochwertigsten Teile verbauen werden, ansonst könnten hochwertige E-Motoren auch weit über 1 Million Kilometer schaffen.


Aktuell wird auf eine in E-Autos verbauten Batterie eine Garantie von 8-10 Jahren oder 150.000 Kilometer angeboten. Neue Batterien könnten in etwa 1.500 bis 3.000 Ladezyclen durchlaufen, umgerechnet auf Kilometer wären das ca. 400.000 bis 1.200.000. Auch was den Akku betrifft, fehlen natürlich ebenfalls aussagekräftige Langzeittests. Wie die letzten Jahre schon zeigten, die Akkutechnologie schreitet rasant voran, Langzeitstudien werden dann wohl noch länger auf sich warten lassen. Natürlich kann man auch selbst Einfluss darauf nehmen, wie lange der Akku im eigenen E-Auto halten wird. Dinge wie starkes Entladen wegen extremer Beschleunigung, nur schnelle Ladestationen verwenden, Hitze und Kälte usw. Eines dürfte sich allerdings schon jetzt abzeichnen, alte Akkus werden vermutlich schon bald als Energiespeicher Anwendung finden, auch wenn sie nicht mehr die volle Leistung bringen, als Speichermedium könnten sie noch länger wertvolle Dienste entrichten. Auch E-Autos werden wohl die meiste Zeit in der Garage oder einem Parkplatz stehen, intelligente Lösungen könnten diese Fahrzeuge als eine Art Powerbank nutzbar machen. Man stelle sich vor, zu Hause wird mittels Photovoltaik das Auto geladen und auch dem öffentlichen Stromnetz zur Verfügung gestellt. Umgekehrt könnte man Stromspitzen so abfedern, dass man damit Tausende Fahrzeuge aufladet. Es wird vermutlich viel mehr möglich sein mit zukünftigen E-Autos, egal ob als Powerbank genützt oder als Zwischenspeichermedium, die Zukunft wird es weisen.


Kosten


Strompreise lassen sich nicht so einfach auf Spritpreise ummünzen, aus heutiger Sicht wird wohl kaum jemand in der Lage sein, zukünftige Preise für beides vorher zu sagen. Fakt ist, dass fossile Brennstoffe quasi ein Ablaufdatum haben. Momentan sind, aus unterschiedlichsten Gründen (Energiekrise, Gesundheitskrise usw.), die Preise für Energie quasi entfesselt. Ein halbwegs brauchbarer Vergleich würde daher in die Domäne Glaskugellesen fallen. Eines ist allerdings unbestritten, fossile Brennstoffe sind, um es zugespitzt auszudrücken, ein Angriff auf unsere Lebensgrundlage schlechthin. Die Anschaffungskosten für neue E-Autos sind natürlich eine gigantische Hemmschwelle für potenzielle Käufer. Dieses Problem wird sich vermutlich schon bald etwas abschwächen, streben doch immer mehr Anbieter auf diesen lukrativen Markt. Jetzt kommt unser bewährtes Wirtschaftssystem von Angebot und Nachfrage ins Spiel, also der Markt wird es großteils schon richten. Ob wir allerdings auch unsere individuelle Mobilität drastisch überdenken sollten, steht dann auf einem anderen Blatt Papier. Bodenversiegelung, Bewegungsräume in urbanen Bereichen, Arbeiten von zuhause usw. sind zukunftsträchtige Themen, welche schon heute langsam aber sicher in den Fokus rücken.



Quellen: BMU, Fraunhofer IPT, WDR, Quarks

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